Master of European Governance and Administration (MEGA)

Die Aus- und Fortbildung angehender Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung ist in den meisten europäischen Staaten noch immer auf ausschließlich nationaler Basis organisiert. Dabei reichen nationale Expertise und politischer Wille zur Kooperation nicht mehr aus. Angehende Entscheidungsträger/-innen müssen zunehmend komplexere Führungsaufgaben in einem sich rasch wandelnden, eng vernetzten und globalisierten Umfeld wahrnehmen können.

In der Gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags am 22. Januar 2003 haben der deutsche Bundeskanzler und der Präsident der französischen Republik ihre Minister deshalb beauftragt, gemeinsame Ausbildungsprogramme insbesondere für den höheren Dienst zu schaffen, um die gegenseitige Kenntnis der administrativen Praxis und die Effizienz der gemeinsamen Arbeit in den öffentlichen Verwaltungen der beiden Länder zu verbessern. Anlässlich der deutsch-französischen Ministerratssitzung am 26. Oktober 2004 haben die damals zuständigen Minister eine „Vereinbarung über die Einführungsphase eines gemeinsamen Qualifizierungsprogramms im Bereich der öffentlichen Verwaltung zur Vorbereitung auf europäische und internationale Aufgaben“ unterzeichnet.

Ein Jahr später, am 3. Oktober 2005 konnte in Paris der erste MEGA-Studiengang gestartet werden, der am 20. Oktober 2006 in Berlin seinen erfolgreichen Abschluss fand: 24 Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurden erstmalig der Abschluss "Master of European Governance and Administration/Master Européen de Gouvernance et d’Administration" verliehen. Fünf weitere Jahrgänge haben seitdem stattgefunden und das Programm zählt mittlerweile über 100 Absolventinnen und Absolventen aus fünfzehn verschiedenen Ländern Europas.

Um noch bessere Bedingungen für eine Teilnahme zu schaffen, wird der MEGA-Studiengang ab 2013 mit einer neuen Struktur in berufsbegleitender Form und einer Dauer von zwei Jahren angeboten. Die Inhalte sind konsequent auf die zwischenstaatliche Zusammenarbeit und den europäischen Kontext ausgerichtet. Berufliche Erfahrungen und Bedürfnisse der Teilnehmer und ihrer Behörden werden gezielt in das Studium einbezogen. Die feierliche Eröffnung des siebten MEGA-Jahrgangs ist für Anfang 2013 im zeitlichen Kontext mit dem 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags geplant.

Das Bewerbungsverfahren für den nächsten berufsbegleitenden MEGA Studiengang hat begonnen. Bewerbungsfrist ist der 30. September 2012 Bewerbungen.

Der postgraduale Master of European Governance and Administration ergänzt insbesondere die juristische und wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung um Management- und Führungskompetenzen und bereitet qualifizierte Nachwuchskräfte auf leitende Funktionen in der öffentlichen Verwaltung vor, wobei der zunehmende europäische und internationale Bezug des Verwaltungshandelns besonders berücksichtigt wird. Das Programm richtet sich ebenfalls an Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus privaten Unternehmen, die in besonderer Weise von Entscheidungen des öffentlichen Sektors betroffen sind. Als ein gelungenes Beispiel praktizierter deutsch-französischer Zusammenarbeit hat der Studiengang durch die Öffnung für weitere Mitgliedsstaaten inzwischen gesamteuropäische Bedeutung erlangt und trägt zum Aufbau eines europäischen Netzwerks leistungsfähiger Führungskräfte bei.

Wesentliche Merkmale:

  • die praxisbezogene Kombination aus akademischen Bausteinen, Prakikum und Projektarbeit,
  • europäische und internationale Ausrichtung der Studieninhalte sowie renommierte Träger- und Partnerinstitutionen,
  • Teilnehmer/-innen und Lehrkräfte aus verschiedenen Ländern Europas, aus der öffentlichen Verwaltung und dem Privatsektor,
  • ein Curriculum, das auf den Prinzipien von „good governance“, sowie der bürgernahen und effizienten Verwaltung basiert, mit einem Schwerpunkt auf den europäischen Vergleich von Verwaltungsstrukturen und Entwicklungstendenzen und
  • ein akkreditierter Abschluss entsprechend den Kriterien des Bologna-Prozesses.

Stark praxisorientiert fordert das Programm von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Eigeninitiative; sie sollten bereit sein, ihre Beiträge in Form von Präsentationen, Fallstudien, Gruppenarbeit, Rollenspielen und Simulationen in die Kurse einzubringen. Dabei geht es um die Vermittlung von Analyse- und Problemlösungsfähigkeiten sowie um die Förderung von interkulturellen und Management-Kompetenzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können das Master-Programm ferner - etwa über Themenschwerpunkte in Kursen, die Masterarbeit oder durch die konkrete Praktikumstätigkeit - auf ihr persönliches Berufsprofil abstimmen.

MEGA auf einen Blick:

  • Dauer: zweijähriges Teilzeitstudium mit Beginn jeweils im Januar
  • Zielpublikum: angehende Führungskräfte aus der öffentlichen Verwaltung in Deutschland und in Frankreich, aus der öffentlichen Verwaltung in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und Staaten, welche die Perspektive eines EU-Beitritts haben, Teilnehmer der europäischen Institutionen und des Privatsektors.
  • Ablauf: Vier zweiwöchige Kursmodule abwechselnd in Deutschland und Frankreich, ein neunmonatiges Praktikum, Projekt- und Masterarbeit ohne zusätzliche Abwesenheitszeit.
  • Abschluss: "Master of European Governance and Administration", ausgestellt durch die Universität Potsdam, die Universität Paris I ("Panthéon-Sorbonne“ und die Humboldt-Universität zu Berlin, in Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen: Bundesakademie für öffentliche Verwaltung/Bundesministerium des Innern, Ecole Nationale d’Administration)
  • Veranstaltungsorte: Kurse in Paris, Strasbourg, Potsdam und Berlin. Aufenthaltstage am jeweiligen Sitz der Praktikumseinrichtung (Ministerien, gegebenenfalls europäische/internationale Organisationen)
  • Studiengebühren für den gesamten Studiengang: 10.000 Euro. Für die Teilnehmer des öffentlichen Dienstes in Deutschland und Frankreich gelten besondere finanzielle Regelungen. Für Bundesbedienstete trägt das BMI die Studiengebühren.
  • Teilnahmevoraussetzungen: Universitäts- oder vergleichbarer Abschluss und in der Regel fünfjährige Berufserfahrung in der öffentlichen Verwaltung oder in privatwirtschaftlichen Unternehmen; Fähigkeit, in der deutschen und französischen Sprache zu arbeiten und zu verhandeln
  • Teilnehmerzahl: maximal 30 Personen
  • Prüfungen: Präsentationen, Fallstudien, Projektberichte, Verhandlungssimulationen, Rollenspiele, Masterarbeit und Klausuren
Druckversion