Städte- und Gemeindepartnerschaften

Aktuelles
Deutsche und französische Partnerstädte bemühen sich gegenwärtig, dreiseitige und multilaterale Kooperationen mit europäischen Partnern oder Schwellenländern zu begründen.

Diese Kooperationen können auf Gemeinde-, Departements- bzw. Kreisebene oder Regions- bzw. Länderebene angesiedelt sein.

Sie können im Rahmen regionaler Projekte auf Nachbarländer ausgedehnt werden, aber auch auf Staaten, die keine gemeinsame Grenze mit Deutschland oder Frankreich besitzen, wenn es um thematische Kooperationen geht, die von der Europäischen Kommission unterstützt werden können.

Mögliches Ziel dieser Partnerschaften kann auch die Erarbeitung von Maßnahmen für Entwicklungsländer sein, bei denen die Erfahrungen aller einfließen können. Gemeinsame Aktionen auf der Grundlage von freiwilliger Arbeit Jugendlicher werden gegenwärtig von Deutschland und Frankreich geprüft.

Initiativen
Osnabrück, die Partnerstadt von Angers, hat eine Initiative gestartet, mit der konkrete Verbindungen zwischen den Partnerstädten durch den Jugendaustausch gestärkt werden sollen. Die Jugendlichen arbeiten als "kommunale Botschafter" ein Jahr lang in der Verwaltung der Partnerstadt, wo sie mit allen die Städtepartnerschaft betreffenden Unterlagen betraut sind. Das Ziel dieser Art Projekt besteht darin, die Jugendlichen dazu anzuregen, sich an der Entwicklung der Austauschprojekte zu beteiligen und die Verbindungen zwischen den Partnerstädten konkreter und lebendiger zu gestalten.

Vertragliche Grundlage
Die Verträge über Städtepartnerschaften dienen als Grundlage für Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Städten. Beispiele dafür lassen sich auf der Website des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) finden. Der erste Partnerschaftsvertrag wurde 1950 zwischen Montbéliard und Ludwigsburg geschlossen. In Deutschland wie in Frankreich stehen der RGRE und seine nationalen Sektionen seit ihrer Gründung an der Spitze der Bewegung der europäischen Städtepartnerschaften und unterstützen die Gebietskörperschaften in ihrem Engagement für das Europa der Bürger.

Ziele
Bei der kommunalen Zusammenarbeit im Rahmen von Städtepartnerschaften, die ursprünglich im Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung stand, soll die Zivilgesellschaft am Prozess der deutsch-französischen Annäherung beteiligt werden, um die Wahrnehmung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im täglichen Leben zu verbessern.

Zwei Gebietskörperschaften tun sich zusammen, um innerhalb einer europäischen Perspektive zu agieren, sich ihren Problemen zu stellen und freundschaftliche Bande zu knüpfen. Die Städtepartnerschaften sind bei der Entwicklung der Europabürgerschaft vor Ort von unschätzbarem Wert als Quelle für Erfahrungen und Initiativen. Sie fördern die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis der Völker und leisten ihren Beitrag zur europäischen Einheit.

Organisation
Die Städte, die an diesen Maßnahmen teilnehmen, organisieren Austauschprojekte und Begegnungen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Tourismus, humanitäre Angelegenheiten und Sport. Eine der Prioritäten ist die Durchführung von Begegnungen Jugendlicher, die die künftigen Akteure der deutsch-französischen Annäherung sein werden. Die Website www.afccre.org bietet verschiedene Informationen zu diesen Maßnahmen, die oft gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) durchgeführt werden. Gegenwärtig bestehen etwa 2200 kommunale Partnerschaften zwischen Deutschland und Frankreich.

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