Integrationspolitischer Dialog

Am 12. November 2007 fand in Berlin der 8. Deutsch-Französische Ministerrat statt. Schwerpunkt des Ministerrates war das Thema „Integration“.

Am 23. Januar 2007, zum Deutsch-Französischen Tag, veröffentlichten die beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Staatsminister Gloser und Europaministerin Colonna, einen Zwischenbericht des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg zum deutsch-französischen Dialog zur Integrationspolitik (französische Fassung). Chancengleichheit und Integration haben eine Schlüsselfunktion für die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Zukunft Europas. Diese Initiative ist aus dem Wunsch entstanden, unserer Jugend unabhängig von ihrer Herkunft berufliche, soziale und kulturelle Perspektiven zu eröffnen und dem Willen, die Achtung vor dem Anderssein in der Gesellschaft zu fördern. Angesichts verschiedener Ausgangslagen beschreibt der Zwischenbericht die bislang erfolgten Aktivitäten, die den Dialog geprägt haben und enthält Empfehlungen, in welche Richtung er sich in Zukunft entwickeln sollte. Die Erkenntnisse aus dieser deutsch-französischen Initiative werden dazu genutzt, einen europäischen Dialog auf diesem Gebiet zu entwickeln.

Grundlage
Auf dem 6. Deutsch-Französischen Ministerrats wurde am 14. März 2006 unter Vorsitz der deutschen Bundeskanzlerin und des französischen Staatspräsidenten der integrationspolitische Dialog eingeleitet. Im Ministerratsdokument „Europa der Chancengleichheit: Integration ist Zukunft“ sind die Schwerpunkte und die wichtigsten Projekte festgehalten. Durch die Konferenz über gute Praxisbeispiele im Bereich Integration und Chancengleichheit, die im Juli 2006 vom Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg veranstaltet wurde, konnte ein dauerhafter Diskussions- und Konsultationsprozess in Gang gesetzt werden und eine Vielzahl lokaler, nationaler und bilateraler Akteure miteinander in Kontakt treten. Diese Initiative hat anlässlich des 7. Deutsch-Französischen Ministerrates (12. Oktober 2006) eine Fortsetzung gefunden, als eine Gruppe von Jugendlichen ein 21-Punkte-Programm, das unter der Schirmherrschaft des Deutsch-Französischen Jugendwerks erstellt wurde, dem französischen Staatspräsidenten und der deutschen Bundeskanzlerin anlässlich des 7. Deutsch-Französischen Ministerrates übergab.

Ziele
Durch den integrationspolitischen Dialog sollen ein Erfahrungsaustausch und gemeinsame deutsch-französische Projekte zur Integrationspolitik auf den Weg gebracht werden. Beide Länder können von den erfolgreichen Projekten und Politikansätzen des Nachbarn lernen. Die Umsetzung der Initiative „Integration und Chancengleichheit“ ist eine faszinierende Herausforderung – an der Schnittmenge wichtiger politischer, wirtschaftlicher und sozialer Fragestellungen der Gegenwart (Bildung, Sport, Kultur, Urbanismus, Beruf und andere). Sie berührt gleichzeitig grundsätzliche Unterschiede zwischen unseren beiden Ländern. Angesichts dieser Unterschiede bezieht das Projekt seine Dynamik aus dem Gedankenaustausch. Durch eine Intensivierung der Austauschprogramme zwischen Deutschland und Frankreich und einen kontinuierlichen Dialog sollen die Jugendlichen aus beiden Ländern gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Nachbarland Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen um so auch mehr über sich zu erfahren und eigene Vorstellungen und Maßstäbe zu relativieren.

Organisation
Der integrationspolitische Dialog wird von den beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Bruno Le Maire und Günter Gloser, sowie dem Integrationsminister Brice Hortefeux und der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer koordiniert.

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