Förderung der Partnersprache

Auf dem Deutsch-Französischen Ministerrat am 26. Oktober 2004 wurde für den Zeitraum 2005-2010 eine Kampagne in beiden Ländern für die jeweilige Partnersprache beschlossen. Sowohl die gemeinsamen als auch die in beiden Ländern getrennt durchgeführten Maßnahmen haben positive und ermutigende Ergebnisse hervorgebracht.
In Frankreich ist an höheren Schulen der prozentuale Anteil der Deutsch lernenden Schüler gestiegen
In Deutschland ist Französisch an allgemeinbildenden Schulen immer noch die am zweithäufigsten gelernte lebende Sprache. Gemäß der letzten von der KMK durchgeführten Erhebung (Bericht an den Bundestag von 2013) betrug die Gesamtzahl der Französischlernenden an den Schulen 1.632.803. Der Anteil der Französisch lernenden Schülerinnen und Schüler in der Bundesrepublik Deutschland ist von 16,1 % (1999/2000) auf 18,8 % (2011/2012) gestiegen. Bei der Betrachtung der Einzelentwicklung je nach Schularten lässt sich feststellen, dass der vorgenannte Anstieg von mehr als 2 Prozentpunkten u.a. auf einer verstärkten Anwahl des Französischen im Gymnasium (1999/2000: 971.582 Schülerinnen und Schüler; 2011/2012: 1.047.954 Schülerinnen und Schüler) und in Schularten mit mehreren Bildungsgängen (1999/2000: 51.756 Schülerinnen und Schüler; 2011/2012: 74.655 Schülerinnen und Schüler) beruht.
Ob die jüngste französischen Schulreform auf den Fremdsprachenunterricht, insbesondere den Deutschunterricht, Auswirkungen haben wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die französische Regierung ist bemüht, die Zahl der Schüler, die bereits in der Grundschule Deutsch lernen, zu steigern. Von deutscher Seite werden verstärkt Programme zum außerschulischen Austausch angeboten werden.

Vertragliche Grundlage
Die Förderung der Partnersprache ist Kernelement der deutsch-französischen kulturellen Zusammenarbeit. Dies wurde im deutsch-französischen Kulturabkommen von 1955 und im Elyséevertrag von 1963 zwischen beiden Ländern festgelegt. In der gemeinsamen Erklärung anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums des deutsch-französischen Vertrages am 22. Januar 2003 wurde vereinbart, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um wieder mehr Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich mit dem Nachbarland und seiner Sprache zu befassen. Zu diesen Maßnahmen gehörten beispielsweise die Sprachenstrategie, Werbeaktivitäten, die Einrichtung der „Deutsch-“ bzw. „France-Mobile“ und die Mobilisierung der Schulen in beiden Ländern anlässlich des deutsch-französischen Tages, der seit 2003 jedes Jahr am 22. Januar gefeiert wird.
Ziele
Frankreich und Deutschland wollen die Bedeutung der Partnersprache in den Bildungssystemen beider Länder weiter stärken und ihnen dort möglichst eine priviligierte Stellung einräumen. Die Kenntnis der Partnersprache stellt einen besonderen Mehrwert dar, denn sie verbessert für den Einzelnen die Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf und ebnet den Weg für verstärkte gesellschaftliche Annäherung und Verständigung.
Organisation
Die Kooperation bei der Umsetzung der Sprachenstrategie wird auf deutscher Seite vom Bevollmächtigten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und auf französischer Seite vom Erziehungsministerium koordiniert. Über die Akademien in Frankreich und die Kultusminister der Länder werden die Schulen in Deutschland und Frankreich mobilisiert. Eine wichtige Funktion hat dabei die Kultusministerkonferenz der Länder in Deutschland. Das französische und das deutsche Außenministerium unterstützen diese Zusammenarbeit.

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